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Friesisch
Auf den Inseln Föhr und Amrum befindet sich das einzige noch geschlossene Sprachgebiet des Nordfriesischen. Die angestammte friesische Mundart der beiden Inseln, das Fering-Öömrang, wird heute noch von etwa 3.000 Personen beherrscht, darunter erfreulicherweise zahlreiche Kinder und Jugendliche.

Die Erkenntnis, dass Schule eine wichtige Rolle spielt bei dem Versuch, eine bedrohte Sprachminorität zu stützen, ist nicht neu. Bereits zu Zeiten der Weimarer Republik hatte es erste erfolgversprechende Ansätze friesischer Sprach- und Kulturarbeit an vielen damaligen Volksschulen Föhrs und Amrums gegeben, die aber schon bald nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wieder zunichte gemacht wurden. Friesisch passte seinerzeit schlecht in den verordneten völkischen Gleichschritt! Erst Mitte der 50er Jahre fand das Friesische erneut Eingang in die Inselschulen, zunächst nur an den Volksschulen, wo der Friesischunterricht schnell eine ungeahnte Renaissance erlebte. Die Tradition des gymnasialen Friesischunterrichts setzt erst 1963 ein, als zunächst eine einstündige Unterstufen-AG eingerichtet wurde. Heute wird Friesisch in der Orientierungsstufe des Gymnasiums als AG angeboten, jeweils unterteilt in eine Muttersprach- und Anfängergruppe, darüber hinaus in der Oberstufe als dreistündiger Grundkurs. Der jahrgangsübergreifende Grundkurs Fering ist dabei als Kernstück des gymnasialen Friesischunterrichts anzusehen. Dem Mangel an geeigneten Lehr- und Lernstoffen wird durch Hilfe zur Selbsthilfe begegnet. Seit jeher ist man bemüht, die Grundkursschüler projektorientiert in den Prozess der Lehrmittelaufbereitung einzubinden. An zahlreichen Publikationen, von denen einige über den Lehrbetrieb hinaus einige Beachtung in der nordfriesischen Region gefunden haben, sind die Oberstufenschüler maßgeblich beteiligt gewesen. Gegenwärtig erarbeiten die Schüler eine zweisprachig friesisch-deutsche Etikettierung der naturkundlichen Räume des hiesigen Friesenmuseums in Wyk auf Föhr. Ähnlich wird in der freiwilligen Friesisch-AG der Orientierungsstufe verfahren. Der Anfänger-unterricht folgt methodisch und inhaltlich den Prinzipien des Fremdsprachenunterichts. Die Vermittlung einfacher Sprachmuster auf der Grundlage eines Basiswortschatzes stehen dabei im Vordergrund, während der Muttersprachunterricht weitgehend auf Lese- und Schreibfähigkeit ausgerichtet ist. Kulturgeschichtliche Themen werden sowohl bei den Muttersprachlern als auch bei den Anfängern praxisorientiert behandelt.

Dr. Volkert Faltings 2003

Max und Moritz

Vorwort

Ach, was muss man oft von bösen
Kindern hören oder lesen!
Wie zum Beispiel hier von diesen,

Welche Max und Moritz hießen,
Die, anstatt durch weise Lehren
Sich zum Guten zu bekehren,
Oftmals noch darüber lachten
Und sich heimlich lustig machten.
Ja, zur Übeltätigkeit,
Ja, dazu ist man bereit Menschen necken,
Tiere quälen Äpfel, Birnen, Zwetschen stehlen
Das ist freilich angenehmer
Und dazu auch viel bequemer,
Als in Kirche oder Schule
Festzusitzen auf dem Stuhle.
Aber wehe, wehe, wehe!
Wenn ich auf das Ende sehe
Ach, das war ein schlimmes Ding,

Wie es Max und Moritz ging.
Drum ist hier, was sie getrieben,
Abgemalt und aufgeschrieben.
Maks an Moorits

En wurd fööruf

Och, wat feit ?em faan fülk biaren
föl tu leesen an tu hiaren,
so, nü tu?n bispal uk
Maks an Moorits uun das buk,
wat, uunsteed ham nü mä liaren
noch tu?n guuden tu bekiaren,
flooksis noch diarauer huanet
an diarauer hiamelk spuanet. ?
Jä, mä sok fülk iarigdun,
diarmä as ham gau tu hun! ?
Mensken piare an uk tiaren,
aapler, plumen steel an peeren ?
diarbi hee ham?t uu so net.
Det?s uk ei so föl fertret
üüs uun sark of uk uun skuul
stal tu saten üüb a stuul. ?
Naan, uu naan! Wat skel wel skä,
wan ik üüb at aanj nü sä!! ?
Naan, det wiar en iarig ding,

üüs det Maks an Moorits ging.
Diaram as, wat jo nü drewen,
hir apteekend an beskrewen.
Max & Moritz