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Gymnasium & Gemeinschaftsschule Insel Föhr
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Presseberichte
Presseberichte des Jahres 2003
Die Unabhängigkeit aus der Sonne: Mobiler Strom aus Wedel für Amerika und Afrika
Seit drei Jahren liefert das Wedeler Unternehmen SET (selected electronic technologies) seine mobilen Solar-Systeme "Comet" in den Sonnengürtel Amerikas. Dabei verbindet es zukunftsorientierte Energietechnik mit praktischer Arbeit und Ausbildung. Fünf der SET-Projekte wurden von Schülern aus Schleswig-Holstein betreut. Die neueste Entwicklung der autarken SET-Systeme dürfte auch für deutsche Schrebergärtner interessant sein: Das Mini-Solarkraftwerk "Global-one" produziert ab sofort mobilen Strom fernab von Zivilisation und Steckdose. Der Comet bringt den Fortschritt nach Pino del Cobre: 650 Kilo schwer ist die Kiste, die es in sich hat. 14 Solarmodule mit je 75 Watt Leistung samt Rahmen und Elektronik stecken in ihrem blauen Metall-Leib. Mit dieser Ausrüstung verfügen die Menschen in dem kleinen Dorf in Panama künftig über Strom, werden nicht nur elektrisches Licht haben, sondern auch die Möglichkeit, Wasser aufzubereiten, Bewässerungs-Pumpen anzutreiben und so die eigene Lebensgrundlage zu sichern. Seit drei Jahren entwickelt das Unternehmen aus dem Hamburger Speckgürtel modulare photovoltaische Stromversorgungseinheiten, die im Sonnengürtel Südamerikas und Afrikas eingesetzt werden. In Tansania, Gambia, Mali, Ecuador, Panama, Costa Rica, Nicaragua, Guatemala und Mexiko stehen die Geräte. Zehn von ihnen hat SET in Kooperation mit Schulen aufgestellt. "Eduard" (Education and Renewable Energy an Development) heißt das Programm, für das die beteiligten Jugendlichen selbst 25 Prozent der Projektkosten (insgesamt 20 000 Euro) einwarben. Den Rest übernahmen verschiedene Förderer, darunter die Kieler Energiestiftung und die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung. Für die Schüler war der Aufbau in den Einsatzgebieten ein Erlebnis. "Mit den primitiven Werkzeugen der Menschen dort haben wir Gräben für Stromkabel und das Fundament der Anlage ausgehoben", berichten Anne-Kathrin Davids und Joana Kluge vom Gymnasium Föhr. "Der Boden in Pino del Cobre war so ausgetrocknet, dass wir nur mit Spitzhacken vorankamen." Aber am Ende stand das portable Solar-Gerät. Kleiner und kompakter als andere Solaranlagen sei der Comet, sagt SET-Geschäftsführer Karl-Heinz Korupp. "Und extrem betriebssicher." Trotzdem achte das Unternehmen darauf, dass die Einwohner im Umgang mit dem System ausgebildet sind und über genug Ersatzteile verfügen. Nur so würden Pannen wie in Mexiko vermieden. Dort waren 30000 Solarsysteme zur Stromversorgung aufgestellt worden, von denen nach kürzester Zeit 10000 außer Betrieb waren. "Die Menschen wussten einfach nicht, was sie damit anfangen sollten." In Pino del Cobre sind die Dorfbewohner schon am Aufbau der Anlage beteiligt. Zwei Stunden dauert es, dann ist aus der "Comet"-Transportkiste eine autarke Stromversorgung mit elektronischer Schaltzentrale geworden, auf der die 2,40 mal 4 Meter große Plattform mit den Solarmodulen ruht. Der Solargenerator wandelt das Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um. "Drei bis vier Kilowattstunden erzeugt die Anlage täglich", erläutert Korupp - Energie, die in den Entwicklungsländern dringend gebraucht wird. Auch in europäischen Ländern ist mobiler autarker Strom begehrtes Gut. Für jeden, der unterwegs und fernab von jeder Steckdose nicht auf Fernseher, Fön und elektrisches Licht verzichten will, bringt SET im Herbst das Mini-Solar-Kraftwerk "Global - one" auf den Markt. Nur 45 Kilo wiegt der 40 manl 40 mal 20 Zentimeter große Kasten, der nach demselben Prinzip wie der Comet funktioniert. "Wieviel Energie er zur Verfügung stellt, hängt wesentlich vom Standort und der Ausrichtung zur Sonne ab", erläutert Korupp. Aber er verspricht: "An der Nordseeküste können damit täglich im Sommer 3 mal 11Watt-Energiesparlampen oder ein TV-Gerät über etwa 4 Stunden betrieben werden."
Wedel / Wyk auf Föhr (Anette Asmussen), Der Inselbote, 16.9.2003

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